12 Gründe, Warschau im Herbst zu besuchen

Schon etwas Schönes für den Herbst geplant? Wie wäre es mit einem Ausflug nach Warschau? Warschau bekommt in dieser Zeit ein einzigartiges Flair – die Parks sind in Gold und Rot getaucht, und einige Gärten der Hauptstadt sind bereits beleuchtet. Es finden prestigeträchtige Musikfestivals und spannende Sportveranstaltungen statt, neue Museen und kulinarische Genüsse stehen bereit, an kühleren Tagen Wärme zu spenden. Hier sind 12 Gründe, ein Wochenende in Warschau zu verbringen und die Stadt neu zu entdecken!

1

Der Warschauer Herbst verspricht musikalischen Hochgenuss! Vom 2.-23. Oktober 2025 ist Warschau Gastgeber des seit fast 100 Jahren stattfindenden Internationalen Chopin-Klavierwettbewerbs. Die Konzerte von Pianisten aus aller Welt, die in Hotels und in einer eigens geschaffenen Musikzone auf dem Plac Centralny in der Warschauer City live übertragen werden, und nicht zuletzt die Recitals der Preisträger bieten die Möglichkeit, die Musik des berühmtesten polnischen Komponisten zu genießen. Ganz Warschau steht im Zeichen dieses Wettbewerbs, ja in einigen Restaurant stehen zu diesem Anlass sogar spezielle Desserts auf der Speisekarte.

2

Kaum sind die letzten Klavierklänge verstummt, wird Warschau vom Jazz-Fieber ergriffen. Die legendäre Warschauer Jazz Jamboree (23.-26. Oktober 2025) wird in diesem Jahr mit einem Konzert der Formation Pink Freud eröffnet, der ersten Jazzband, die auch schon auf den größten Rockfestivals Polens aufgetreten ist: von der Haltestelle Woodstock über das Open’er bis hin zum Off. Auf dem Festivalprogramm stehen drei Meister des Jazz: der Multi-Instrumentalist Piotr Damasiewicz, der herausragende Saxophonist und zugleich einer der größten polnischen Jazzmusiker – Adam Pierończyk – sowie der Schlagzeuger Kazimierz Jonkisz. Zum Abschluss eines jeden Jamboree-Tages gibt es ein Konzert mit einem Jazz-Star aus Übersee. Zum Abschluss spielt das Star-Septett The Cookers auf, das sich aus Musikern zusammensetzt, die bereits seit den 1960er Jahren auf der Bühne stehen.

3

Lust auf eine Begegnung mit der Geschichte? Der Monat November bietet die Chance, das königliche Warschau zu entdecken – und das ganz ohne Eintritt. Gleich drei Herrscherresidenzen aus verschiedenen historischen Zeiträumen erwarten ihre Gäste. So lohnt ein Besuch im Palais auf dem Wasser im Łazienki-Garten, wo Ende des 18. Jahrhunderts die berühmten Donnerstags-Diners stattfanden. Zu empfehlen ist auch das Barockschloss von Johann III. Sobieski in Wilanów – oder eine Besichtigung der prächtigen Säle des Königlichen Schlosses. In einem dieser Säle wurde 1791 die erste europäische Verfassung beschlossen. Neben den wunderschönen Innenräumen, den Thronen polnischer Herrscher und Meisterwerken der Kunst warten noch weitere Attraktionen auf die Besucher.

4

Hochkarätige Kulturveranstaltungen? In diesem Herbst gibt es davon eine Menge!
Vom 10. bis 19. Oktober 2025 wird die Stadt dank des Warschauer Filmfestivals wieder zur Hauptstadt des anspruchsvollen Kinos. Eine wunderbare Gelegenheit, sich einzigartige Filme anzusehen, noch ehe sie in die polnischen Kinos kommen.
Viel Adrenalin und Nervenkitzel verspricht auch die Premiere der ersten Warschauer Jazz-Oper, die auf den Romanen „Der Böse” und „Tagebuch 1954”von Leopold Tyrmand basiert. Lassen Sie sich mitreißen in das jazzdurchflutete Warschau der 1950er Jahre, wo die kommunistische Herrschaft und Gewalt in den Vorstädten aufeinandertreffen, wo sich Erotik und Boxen vermengen.
Oder vielleicht einmal das Gefühl der nationalen Zusammengehörigkeit spüren? Am 11. November startet um 11:11 Uhr der Unabhängigkeitslauf. Die am Lauf Teilnehmenden bilden auf den Straßen Warschaus eine imposante weiß-rote Welle. Man kann wählen zwischen den klassischen 10 km, der „Unabhängigkeitsmeile“ (1.918 m) und Nordic Walking. So kann jeder und jede aktiv das Fest der Freiheit begehen und die Verbundenheit mit der gesamten Stadt spüren!
Infos zu weiteren Veranstaltungen sind auf go2warsaw.pl abrufbar.

5

Schon gewusst, dass über 40 Prozent Warschaus Grünflächen sind? Im Stadtgebiet befinden sich historische Gärten, idyllische Parks sowie Wälder und Naturschutzgebiete. Wie schön sehen sie in ihrer Herbsttracht aus, getaucht in Gold, Rot und Purpur! Gerade jetzt präsentiert sich Warschau am allerschönsten – ideal für stimmungsvolle Fotomotive und romantische Spaziergänge. Der berühmte Königliche Łazienki-Garten, der Garten von Wilanów, das Mokotów-Feld oder der Skaryszewski-Park am rechten Weichsel-Ufer sind nur einige von Dutzenden Parks, die über ganz Warschau verteilt sind. Mit einem heißen Kaffee in der Thermoskanne und dem Fotoapparat in der Tasche kann man am besten die Schönheit der Stadt entdecken und dabei den Laubteppich unter den Schuhen spüren.

6

Wenn die Tage kürzer werden, werden einige Warschauer Gärten in ein Meer von Tausenden Lichtern getaucht und verwandeln sich in Märchenlandschaften. Schon in der zweiten Oktoberhälfte erstrahlt rund um das Königsschloss Wilanów der Königliche Lichtgarten. Die Lichtarrangements sind Anspielungen auf die Zeit von Johann III. Sobieski und Themen wie Liebe, Krieg und Diplomatie Ein anderer Teil des Schlossgartens wird zu einem Labyrinth des Lichtes – einem Ort voller Fabelwesen. Präsentiert wird auch die Geschichte der einstigen Bewohner der Residenz durch Projektionen an der Schlossfassade.
Schon bald ergreift der Lichtzauber auch den Botanischen Garten der Universität und den Botanischen Garten der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Powsin. Farbspiele verwandeln normale Spazierwege in Märchenwelten, machen Waldwege zu blühenden Wiesen und vermitteln das Gefühl, sich über die Wolken zu erheben. Bei Spaziergang unter Lichtskulpturen fühlt man sich in die Welt der Kindheit zurückversetzt.

7

Wenn es langsam kühler wird, lassen Sie sich von der Warschauer Küche mit ihren vielen saisonalen Produkten wärmen! Traditionelle polnische Gerichte werden in den eleganten Restaurants serviert, zum Beispiel in der Altstadt. Größere kulinarische Vielfalt findet man in den restaurierten Innenräumen historischer Industrie- und Handelsgebäude: in der Koszyki-Halle, im Koneser-Zentrum in Praga, im Powiśle-Kraftwerk, in der Norblin-Fabrik und der Warschauer Brauerei. Hier gibt es trendige Restaurants in großer Zahl mit Gerichten aus aller Welt. An solchen Orten gehen die Warschauer am liebsten essen. Im Rahmen der sog. Restaurantwoche, die vom 1. Oktober bis zum 19. November veranstaltet wird, können Sie in ausgewählten Lokalen Speisen zu Sonderpreisen genießen. Ein Muss sind die lokalen süßen Sachen – die Krapfen von Blikle oder die heiße Schokolade von Wedel. Wenn Sie kulinarische Reisen lieben, kommen Sie in Warschau auf Ihre Kosten.

8

Warschau ist auch ein Paradies für Kinder. Kommen Sie also mit der ganzen Familie! Interaktive Experimente im Kopernikus-Wissenschaftszentrum, riesige Lokomotiven im Eisenbahnmuseum oder Panzer und Militärfahrzeuge im Museum der Polnischen Armee sorgen dafür, dass bei den Kindern garantiert keine Langeweile aufkommt! Ihre überschüssige Energie können sie auf Trampolinen oder in modernen Spielzentren entladen. Und wie Schokolade hergestellt wird, erfahren sie beim Probieren verschiedener Sorten im Museum der Schokoladenfabrik E. Wedel. Dass Spiel und Bildung Hand in Hand gehen können, zeigen kindgerechte Bildungsstädtchen, wie Smart Kids Planet oder Minicity, wo die Kinder sich in einem der dort präsentierten Traumberufe ausprobieren können. Es gibt wohl keinen besseren Ort in Polen für einen so gelungenen familiären City Break!

9

Die Warschauer Museen ziehen seit Jahren Touristen in ihren Bann, nicht nur wegen der präsentierten Themen, sondern auch durch ihre Art, Geschichte zu erzählen. So werden den Besuchern im Museum des Warschauer Aufstands die Realien eines der dramatischsten Ereignisse in der Geschichte Polens nahegebracht. Im Chopin-Museum kann man der Musik des berühmtesten polnischen Komponisten lauschen. Und im Maria-Skłodowska-Curie-Museum erfährt man mehr über diese weltweit berühmteste Warschauerin. Das in denkmalgeschützten Bürgerhäusern untergebrachte Muzeum Warszawy zeigt in diesem Herbst eine Ausstellung über das Jugendfestival 1955. „Ein Sommer, der alles veränderte“ Moderne Ausstellungen, Multimedia und einzigartige Exponate sowie Tage mit freiem Eintritt kommen all jenen entgegen, die wissensdurstig sind und nach neuen Eindrücken suchen.

10

Mögen Sie Geschichte und monumentale Architektur? Die in den letzten Jahren in neuen Gebäuden eröffneten Museen haben hier einiges zu bieten. Das Museum der Polnischen Geschichte zeigt eine Ausstellung über den Kościuszko-Aufstand, und im neuen Gebäude des Museums der Polnischen Armee sei die Dauerausstellung „1000 Jahre ruhmreiche polnische Waffen” empfohlen. Das historische Palais der alten Rzeczpospolita beherbergt einzigartige Schätze der Nationalbibliothek. Der Eintritt ist frei. Gibt es eine bessere Jahreszeit, um Warschau von seiner kulturellen Seite zu entdecken?

11

Liebhabern der modernen Kunst sei das neue Gebäude des Museums für Moderne Kunst (MSN) ans Herz gelegt. Das monumentale, schneeweiße Gebäude beherbergt vier Galerien mit einer Gesamtfläche von 4.500 Quadratmetern, in denen Werke von Künstlern aus den letzten Jahrzehnten ausgestellt sind. Auf jeder der zwei Etagen finden sich Räume mit riesigen Panoramafenstern, durch die man das Leben in der City beobachten kann.
Ab dem 3. Oktober 2025 heißt es im MSN wieder: „Naher Osten, ferner Westen – Kiewer Biennale”. Diese Veranstaltung, die Werke von Künstlern aus aller Welt zeigt, findet bereits zum sechsten Mal statt. Leitthema ist der Krieg und sein Einfluss auf das Alltagsleben. Bei einem Gang durch die Ausstellungsräume spürt man, wie Kunst zu einem Kommentar zu Ereignissen wird, die hier und jetzt stattfinden.

12

Im Herbst regen die Warschauer Friedhöfe mehr als sonst zum Nachdenken an. Unbedingt zu empfehlen ist ein Besuch des Alten Powązki-Friedhofs, des bekanntesten Friedhofs in Warschau. Zu finden sind hier die Grabstätten berühmter Polen – Künstler, Politiker, Helden. Hier ruhen unter anderem Władysław Reymont, der als Erster in der Allee der Verdienten beigesetzt wurde, sowie der Komponist Witold Lutosławski, der Regisseur Krzysztof Kieślowski, der Dichter Zbigniew Herbert und die Eltern von Fryderyk Chopin. Ein Spaziergang zwischen den historischen Grabsteinen ist nicht nur eine Begegnung mit der Geschichte, sondern auch ein einzigartiges Erlebnis – ganz besonders an den ersten Novembertagen am Abend, wenn der Friedhof im Lichte von Tausenden Grablichtern erstrahlt.