Palast der Republik

Eine der schönsten Warschauer Residenzen aus dem 17. Jahrhundert, in der heute die wertvollsten Werke der Nationalbibliothek aufbewahrt werden. In den sorgfältig restaurierten Innenräumen sind nicht nur wunderschön verzierte alte Handschriften und literarische Werke zu bewundern, welche zur Herausbildung der polnischen Identität beigetragen haben, sondern auch außergewöhnliche Meisterwerke der europäischen Literatur.

Unter den fast 200 Exponaten befindet sich das älteste Relikt der polnischen Geschichtsschreibung, das „Rocznik Dawny“. Dabei handelt es sich um drei Pergamentseiten aus dem 12. Jahrhundert, auf die ein mittelalterlicher Schreiber den Satz „Dąbrówka kam nach Mieszko“ in lateinischer Sprache niedergeschrieben hat. Weiter erwarten Sie zwei mittelalterliche Chroniken von Gallus Anonymus und Magister Wincenty Kadlubek sowie ein Manuskript des Liedes „Bogurodzica“, das als die erste polnische Nationalhymne gilt.

In den folgenden Räumen sehen Sie unter anderem das einzige erhaltene Manuskript eines der bedeutendsten europäischen Schriftsteller der Renaissance – Jan Kochanowski –, das älteste, vollständig in polnischer Sprache gedruckte Buch sowie die erste Ausgabe von Nikolaus Kopernikus „Über die Umlaufbahnen der Himmelssphären“. Unter den Exponaten aus späteren Epochen finden Sie Manuskripte einiger Gedichte von Adam Mickiewicz und Juliusz Słowacki sowie Romane von Henryk Sienkiewicz. Außerdem sehen Sie die ausnehmend schönen Zeichungen von Cyprian Kamil Norwid sowie eine Original-Gedichtsammlung von Kamil Baczyński, der am Warschauer Aufstand beteiligt war, Zbigniew Herberts „Przesłanie Pana Cogito“ (Die Botschaft des Herrn Cogito) und auch die Notizbücher und die Nobelpreismedaille von Czesław Miłosz.

Wer sich für die europäische Schriftkultur interessiert, kann eine über 1000 Jahre alte Kirchenhandschrift, den sogenannten Codex Suprasliensis, bewundern, die prachtvoll illuminierte Sforziade, die dem Herrscher von Mailand und Begründer der Sforza-Dynastie gewidmet ist, sowie Karten aus dem 15. Jahrhundert, die aus der Zeit vor der Entdeckung Amerikas stammen.

Musikliebhaber werden von den Manuskripten von Chopins Klavierkonzert in f-Moll, H. M. Góreckis Symphonie der Klagelieder, Komedas Wiegenlied sowie Osieckas „Małgośkia“ und Kaczmarskis „Mury“ (Mauern) begeistert sein.

Zum Abschluss erwartet Sie ein Besuch in zwei weiteren außergewöhnlichen Räumen. Der erste ist eine Bibliothek aus der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, in deren Originalregalen Reihen wunderschön gebundener Bücher aus der Sammlung der Brüder Potocki stehen. Der zweite Raum ist der Saal der Erinnerung. In der Mitte dieses Gedenkraums steht eine Urne mit der Asche von Büchern, die an den Verlust von fast 80 Prozent der Bestände der Nationalbibliothek erinnert, die während des Zweiten Weltkriegs von den Deutschen verbrannt wurden. Einen Film über dieses dramatische Geschehen können Sie sich im Untergeschoss des Palastes ansehen.

Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen:

Widok na fasadę Pałacu Rzeczypospolitej od strony Ogrodu Krasińskich, przed budynkiem fontanna, po lewej stronie drzewo z białymi kwiatkami, słoneczny dzień, wiosna.
Pałac Rzeczypospolitej, fot. Maciej Deperas