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Attraktionen in Masowien

Wenn Sie länger in Warschau verweilen, sollten Sie auch die Umgebung kennen lernen. Masowien ist eine Region mit einer längeren Geschichte als die Hauptstadt selbst und begeistert mit ihrer bezaubernden Natur.
Masowien liegt im Einzugsgebiet der mittleren Weichsel mit ihren malerischen Nebenflüssen: Bug, Narew, Wkra, Liwiec, Świder, Pilica…. Jeder dieser Flüsse bietet eine andere Art von Herausforderung für Kanu- und Rafting-Liebhaber. Wälder und Landschaftsparks sind ein weiterer natürlicher Reichtum und bieten Möglichkeiten zum Wandern, Radfahren und Reiten. Und dann sind da noch die mittelalterlichen Burgen (jede natürlich mit ihrem eigenen Gespenst!) und die beeindruckende Festung Modlin. Es gibt Freilichtmuseen, Vergnügungsparks und einzigartige Orte wie das Geburtshaus von Fryderyk Chopin oder Karolin – die Heimat des Tanz- und Gesangsensembles Mazowsze.

Burgen und Festungen

Czersk ist heute eine kleine Stadt, im Mittelalter jedoch, zur Zeit der Fürsten, war sie neben Płock das wichtigste Machtzentrum in Masowien. Die monumentale Festung wurde im Auftrag von Janusz dem Älteren errichtet.

Nachdem das Herzogtum 1526 von der Krone des Königreichs Polen übernommen worden war, ging Czersk in polnischen Besitz über. Eine Zeit lang gehörte es, wie der größte Teil von Masowien, Königin Bona. Bona Sforza d’Aragona, Witwe von König Sigismund dem Alten, Herzogin von Bari und Rosano, ließ das hiesige Schloss ausbauen und weckte bei den Einwohnern die Liebe zum Garten- und Weinbau. Sie fand so viel Gefallen an der masowischen Festung, dass es heißt, sie spuke noch heute nachts dort herum.
Heute erinnern Ritterturniere, Reenactments und historische Picknicks, die jedes Jahr von Frühjahr bis Herbst im Rahmen der Reihe „Historia Viva“ veranstaltet werden, an die glorreichen Zeiten von Czersk.

Die mittelalterliche Festung in Ciechanów ist mehr als 600 Jahre alt. Das mächtige gotische Gebäude mit zwei Türmen wurde während der Herrschaft von Fürst Siemowit III. errichtet und blieb eine uneingenommene Bastion, solange Ritter dort stationiert waren. Doch die mächtigen Mauern am Fluss Lydynia waren nicht das erste Bauwerk an diesem Ort.

Auf der Anhöhe Farska Góra, wo sich heute ein schöner neugotischer Glockenturm befindet, wurde die erste Siedlung gegründet. Diese Burg war ein wichtiger Schutz der nördlichen Grenzen der christlichen Welt vor den Angriffen der Pommern, Preußen und Jaćwinger sowie im 14. Jahrhundert vor den Litauern, welche die über der Stadt errichtete Holzburg niederbrannten. Zu dieser Zeit wurde auf einer Insel in einer Biegung des Flusses Łydynia eine steinerne Burg errichtet, die von den nachfolgenden Herrschern von Masowien, darunter Janusz I., ausgebaut wurde.

Eine mächtige gotische Burg mit zwei Türmen: der östliche ist ein Gefängnis, der westliche ein Arsenal. Und wie es in allen alten Burgen so ist, birgt sie viele Geheimnisse. Eines davon – der Ort, an dem der Schatz von Fürst Janusz I. versteckt sein soll – wird von einem schrecklichen schwarzen Hund bewacht, oder vielmehr: von einem Ritter, der von einem Alchemisten in ein gefährliches Tier verwandelt wurde. Antreffen kann man ihn nur nachts auf dem Schlosshof…

Auf sumpfigem Gelände errichtete gotische Burg, Bollwerk des letzten Herrschers des unabhängigen Masowien, das von der berühmten „Gelben Dame“ heimgesucht wird. Die Burg ist Sitz eines Waffenmuseums, Schauplatz jährlich stattfindender Ritterturniere und anderer interessanter Veranstaltungen. Die einzige Festung in Masowien, zu der man… mit dem Kanu gelangen kann!

Der Bau der Festung wurde von Janusz I. dem Älteren, einem der bedeutendsten Herrscher von Masowien, in Auftrag gegeben. Die Arbeiten wurden von seinem Enkel Bolesław IV. fortgesetzt. Als Herzogin Anna von Masowien, die letzte Herrscherin des unabhängigen Masowiens, Schlossherrin wurde, hat man die Festungsmauern um das Doppelte erhöht. Ihr zu Ehren findet jedes Jahr eines der wichtigsten lokalen Ereignisse statt: Das Turnier der Ritter um den Ring der Prinzessin Anna.

Von dem gotischen Bauwerk sind der Torturm, ein Fragment der Stadtmauer und das Herrenhaus des Starosten erhalten geblieben, in dem ein Zeughaus mit einer reichen Waffensammlung untergebracht ist. Das umliegende Gelände bildet – ergänzt durch eine hölzerne Vorburg – einen in der Tourismussaison beliebten kulturhistorischen Park.

Das historische Zentrum von Płock ist die Anhöhe Wzgórze Tumskie. Hier begann im 10. Jh. die Geschichte der Stadt, als Mieszko I. auf einem hohen Hügel über der Weichsel eine Befestigungsanlage errichtete. Die Anhöhe Wzgórze Tumskie wurde wahrscheinlich für kurze Zeit von Miecław kontrolliert, einem selbsternannten Herrscher von Masowien, der versuchte, einen von Polen unabhängigen, auf dem heidnischen Glauben basierenden Staat zu gründen. Hier ließ Bolesław der Kühne die erste Kathedrale für das zu seiner Zeit gegründete Bistum errichten. Von hier aus regierten Herzog Władysław Herman und seine Söhne Zbigniew und Bolesław Krzywousty über ganz Polen, und seit der Zeit von Konrad Mazowiecki regierten hier die Herzöge von Masowien.

Wie es sich für einen Herrschersitz gehört, entstanden auf der Anhöhe von Wzgórze Tumskie die Symbole mittelalterlicher Herrschaft: das Herzogsschloss und die bischöfliche Kathedrale. Ringsherum befinden sich weitere Gebäude und Örtlichkeiten, die es wert sind, bei einem Besuch in Płock besichtigt zu werden, denn es ist eine Stadt, die sich vieler Titel rühmen darf. Die wertvollsten: Der Name „Fürstliche Hauptstadt Płock“ leitet sich aus der Präambel des Stadtrechts ab, und der Titel „Heldenstadt“ wurde Płock von Marschall Józef Piłsudski für die heldenhafte Verteidigung gegen die Bolschewiken im Jahr 1920 verliehen.

Einer der größten und am besten erhaltenen Festungskomplexe Polens mit dem längsten Gebäude Europas und dem zweitlängsten der Welt: eine über 2 km lange Verteidigungskaserne, die bis zu 100.000 Menschen beherbergen konnte!

Die fantastischen Verteidigungsbedingungen am Zusammenfluss von drei Flüssen – Weichsel, Narew und Wkra – wurden von der Natur geschaffen, und den letzten Anstoß gab Napoleon Bonaparte, der hier Festungen errichten ließ. Zumindest besagt das die Legende.

Die Festung wurde mehrfach erweitert und enthält Elemente französischer, russischer und polnischer Befestigungsanlagen. Die letzte Modernisierung vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde von den Russen durchgeführt. Damals wurden 10 Betonforts mit Stahlbetonschilden und Stahlpanzertürmen gebaut, die einen zweiten Befestigungsring in einem Radius von 5 bis 10 km um die Zitadelle bildeten. Auf persönlichen Befehl Pilsudskis ergänzten die Polen die bestehenden Befestigungen mit sechs Schutzbunkern sowie mit Panzergräben und Feldbefestigungen.

Eine der interessantesten Attraktionen für Touristen ist der Besuch der Festung Modlin bei Nacht.

Freilichtmuseen

Den Besuch des Museums in Sierpc kann man auf mehrere Tage ausdehnen, und dennoch ist es unmöglich, alle Attraktionen zu entdecken und alle Geheimnisse zu ergründen. Es handelt sich nicht um ein typisches Freilichtmuseum, das dicht mit historischen Häusern bepflanzt ist, sondern um einen vielfältigen, sehr weitläufigen ethnografischen Park, der sich über 50 Hektar erstreckt. Er richtet sich nach dem natürlichen Tages- und Jahresrhythmus sowie nach dem Kalender der traditionellen polnischen Feiertage und Volksbräuche.

Morgens müssen die Tiere versorgt und noch vor dem Abend in die Stallungen getrieben werden. Im Frühjahr muss das Getreide gesät und im Sommer, wenn es reif ist, geerntet werden, und im Herbst muss man an Erdarbeiten denken und die Bienenstöcke absichern, bevor der Frost einsetzt. Vor Weihnachten werden Waffeln gebacken, und wenn der Winter langsam wieder geht, wird im Fluss Sierpienica zur Begrüßung des Frühjahres die Strohpuppe Marzanna „ertränkt“.

Das Freilichtmuseum zeigt Gebäude aus verschiedenen Dörfern der Region Masowien. Rund ein Dutzend Bauernhöfe aus dem nordwestlichen Teil der Region bilden ein typisches Reihendorf. Außerdem gibt es eine Schmiede und Gutshäuser, um die herum Landschaftsparks angelegt worden sind. Weiter steht hier eine Holzkirche mit einem Glockenturm, aber Filmer und hungrige Touristen sind vor allem vom Gasthaus Sochocin fasziniert, das eine köstliche saure Suppe und regionales Brot mit hausgemachtem Schmalz serviert.

Das Dorfmuseum in Radom ist eines der interessantesten Freilichtmuseen Polens, denn es ist keine Einrichtung, in der sich der Staub auf den Exponaten absetzt. Hier geht das Leben in seinem eigenen ländlichen Rhythmus vor sich: Es werden Getreide und Kartoffeln angebaut, Brot gesäuert und Töpfe hergestellt. Das Brot- und das Kartoffelfest sind Teil einer lebendigen und intensiven Pflege von Folklore und ländlichen Traditionen.

Auch außerhalb der Ferienzeiten ist hier viel los. Touristen können durch das 32,5 Hektar große Dorf wandern, das Wunder der ländlichen Architektur beherbergt: Es gibt ein Herrenhaus aus dem 18. Jh., eine historische Holzkirche, Polens größten Windmühlenkomplex, Wassermühlen und Bauernhöfe aus Jastrzębia, Kłonówek und Chomentów.

Bei einem Rundgang durch das Freilichtmuseum bekommen Sie rund 100 Beispiele alter ländlicher Architektur zu sehen. Ergänzt wird das Ganze durch mehr als 16.000 bewegliche Exponate, darunter Sammlungen von Fahrzeugen, Landmaschinen, Bienenstöcken und Imkereigeräten, Textilien und Volkskunst.

Hier können Sie die „Grüne Kurpie“ mit allen Sinnen erleben. In der zu einer Ausstellungshalle umgebauten Scheune, dem Kutschenhaus und dem Maschinenpark sind 15.000 Gegenstände zur Kurpie-Kultur zu sehen.

Es handelt sich nicht um ein traditionelles Museum, in dem man die Exponate nicht anfassen darf, sondern diese während Workshops selbst in die Hand nehmen soll: Bernstein schürfen und bearbeiten, Blumen aus Seidenpapier herstellen, Flachs kämmen und flicken oder Ostereier basteln. Die Region Kurpie kann auch mit dem Hörsinn erkundet werden: in Kursen, die dem Dialekt der Kurpie gewidmet sind. Der Geruchssinn ist bei den Kräuterworkshops gefragt.

Zu den Angeboten des von Zdzisław und Laura Bziukiewicz gegründeten Museums der Kurpie gehören auch kulinarische Workshops und die Möglichkeit, regionale Leckerbissen wie Fafernuchy, Rejbak, Kraut mit Grütze, Łagodniak (Hefekuchen) mit Streuseln oder das legendäre Wacholderbier zu kosten.

Vergnügungsparks

Der Park Suntago Water World ist der größte überdachte Wasserpark in Europa und die erste spektakuläre Anlage dieser Art in Polen.

Für diejenigen, die auf der Suche nach unvergesslichem Nervenkitzel sind, wurde der europaweit größte Bereich mit überdachten Wasserrutschen geschaffen, von denen die größte über 30 Meter hoch und über 300 Meter lang ist. Außerdem gibt es ein Wellenbad, einen reißenden Fluss und einen Abenteuerfluss.
Die Suntago Water World ist in drei Themenbereiche unterteilt: Jamango, der für alle zugänglich ist, unabhängig von Altersbeschränkungen, und Saunaria und Relax, die nur für Personen über 16 Jahren zugänglich sind. Relax bietet zudem eine Wellness & Spa-Zone.

Hier kann man sich zu jeder Jahreszeit in einem tropischen Klima von 32 Grad Celsius aufhalten, umgeben von über 740 echten Palmen, die aus der ganzen Welt stammen, und mehreren Tausenden von Blumen.
Für all jene, die hier einige Tage verbringen möchten, gibt es die komfortable Unterkunft Suntago Village. Es handelt sich um 92 voll ausgestattete, moderne, modulare Cottages mit Kinderspielplatz, Grillplatz und Rezeption mit Mini-Feinkostladen.

Der Warschauer Vorort Julinek ist nicht nur auf der Landkarte Masowiens und Polens, sondern weltweit einzigartig. Es handelt sich nämlich um eine ehemalige Zirkusbasis, in der einst mehr als zwanzig Zirkusteams ihren Stützpunkt hatten. Heute knüpft dieser einzigartige Vergnügungspark an seine außergewöhnliche Geschichte an und begründet eine neue Tradition des zeitgenössischen Zirkus, die auf menschlichen Fähigkeiten und Talenten beruht.

Hier kann man jedes Wochenende in den Sommerferien jungen Akrobaten und Jongleuren bei ihren Auftritten zusehen, an einem Geländespiel teilnehmen, Theateraufführungen besuchen und sich zwischendurch in einem der größten Seilparks Polens austoben oder im „Land der Hüpfburgen“ springen. Und das alles im Herzen des Nationalparks Kampinos!

Wenn Ihr Kind plötzlich den Ruf des Abenteuers hört und Indiana Jones, ein verrückter Wissenschaftler, Däumelinchen oder alle diese auf einmal sein möchte, fahren Sie mit der ganzen Familie zur Farm der Illusionen in Mościski, unweit von Trojanowo. Jeder junge Abenteurer wird hier seine Träume verwirklichen können, selbst die verrücktesten.

Das berühmteste Gebäude und Symbol der Farm ist natürlich das Flying Mystery Cottage, ein Haus, das teilweise in der Luft schwebt, „getragen“ von einer Reihe von Ballons. Weitere ungewöhnliche Bauwerke sind der „Tunnel des Vergessens“, das Museum der Illusionen, das verdrehte Haus oder das Spiegellabyrinth. Eine der neueren Attraktionen ist die Goldmine. Die unterirdischen Gänge werden mit einem echten Bergmannsaufzug erreicht. Ziel der Expedition ist es, das Geheimnis des Verschwindens einer Gruppe von Bergleuten vor Jahren zu lösen. Ein Spaß für wirklich Abenteuerlustige! Außerdem gibt es viele lustige Attraktionen wie auf einem Jahrmarkt: ein Karussell, den Free Fall Tree, eine Drachenbahn und eine Mini-Achterbahn.

Ungewöhnliche Orte

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es hier nur ein Dorf mit dem kaum bekannten Namen Ruda Guzowska. Ende der 1820er Jahre kam es dann zu einer Revolution, als der Bau einer neuen Leinenwarenfabrik von Marymont bei Warschau an den Fluss Pisia Gągolina verlegt wurde. Die Fabrik wurde 1833 mit Maschinen in Betrieb genommen, die von einem französischen Ingenieur entworfen wurden, der unter anderem eine Flachsfaserspinnmaschine (die aus einem Kilogramm Flachs 150 km Garn spinnt!), eine Flachs-Kämmmaschine, eine Maschine zur Herstellung von Flachsgarn aus Werg und viele andere Verbesserungen für die Textilindustrie erfand. Sein Name war Filip de Girard – und sein Nachname Girard gab der Fabriksiedlung westlich von Warschau ihren Namen – Żyrardów.

Nahezu die gesamte Geschichte des Ortes – von der Gründung der ersten Fabrik, den Wohngebäuden für die Besitzer, Verwalter und Arbeiter bis hin zum industriellen Aufschwung in den 1880er Jahren, als in der Spinnerei 16.000 Spindeln gleichzeitig rotierten – ist in den Mauern, Pflasterungen und Park- und Grünanlagen noch immer festgehalten. Żyrardów entwickelte sich als Fabriksiedlung und als Gartenstadt, in der Grünflächen und Pflanzen ein wichtiges kompositorisches und funktionales Element der gesamten Stadt bildeten.

Ende des 20. Jh. sah es für kurze Zeit so aus, als würde dieses bemerkenswerte postindustrielle Erbe in seiner Gesamtheit verloren gehen und nur noch in ein paar zu Lofts und Geschäften umgebauten Gebäuden weiter leben. Zum Glück hat das 21. Jh. neue Ideen für die Entwicklung der zu 95 % erhaltenen Fabriksiedlung hervorgebracht: die Schaffung eines im europäischen Maßstab einzigartigen Ortes, an dem die Geschichte der Blütezeit des Industriezeitalters in Masowien weitergeschrieben wird.

Żelazowa Wola dürfte das berühmteste der von der Einwohnerzahl her kleinsten Dörfer Polens sein (gerade einmal ein paar Dutzend Einwohner). Das 3 km von Sochaczew entfernt in der Randzone des Kampinos-Waldes gelegene Dorf ist der Geburtsort des bedeutendsten polnischen Komponisten, Fryderyk Chopin. In seinem Geburtshaus befindet sich das nach ihm benannte Museum, das Besucher aus der ganzen Welt anzieht.

Die Familie Chopin lebte in demselben Nebengebäude, das heute den Anschein eines Herrenhauses erweckt und als „Fryderyk Chopin Geburtshaus“ bezeichnet wird. Das heutige Aussehen des Gebäudes entspricht nicht den äußerst bescheidenen Verhältnissen, in denen die Eltern von Fryderyk lebten. Wahrscheinlich gab es statt eines Fußbodens nur eine Tenne. Auch der Säulenvorbau, der das Gebäude zu einem Herrenhaus stilisiert, dürfte gefehlt haben. Das ursprüngliche Gebäude brannte 1812 ab, zwei Jahre nach dem Umzug der Chopins nach Warschau.

Heute ist das Nebengebäude Schauplatz einer Geschichte über zwei befreundete Familien, die in Żelazowa Wola lebten: die Skarbeks und die Chopins. Gleichzeitig ist es die Geschichte über das Alltagsleben des masowischen Kleinadels. Eine andere Geschichte handelt von dem genialen Komponisten, der hier geboren wurde. Der Musiksaal mit seinem Klavier, frischen Blumen und einem Bild des Künstlers ist der Veranstaltungsort für Konzerte, die von Frühjahr bis Herbst stattfinden, während man sich in dem schönen historischen Park, der das Museum umgibt, entspannen kann.

Das Zentrum wurde im Palast Karolin eingerichtet, dem legendären Sitz des Ensembles Mazowsze. Hier begann 1948 die Geschichte einer der berühmtesten Kulturbotschafter und Visitenkarten Polens. An die Orte, an denen die Gruppe Konzerte gab, erinnern vor dem Palast aufgestellte Gedenksteine.

Die Geschichte des Ensembles und seiner Schöpfer ist eines der beiden Hauptthemen der Ausstellung im Polnischen Zentrum für Folklore. Das zweite Thema ist die Geschichte der polnischen Folklore.

Kurpie, Ost-Masowien mit Podlachien und West-Masowien, Großpolen und Kujawien, Pommern, Ermland und Masuren, Schlesien und Kleinpolen – jede dieser Regionen hat ihren eigenen Ausstellungsraum mit einer genau beschriebenen Geschichte. Zu den Elementen der Ausstellung gehören sowohl die Exponate (Konzerttrachten aus Masowien, darunter originale Volkstrachten, die bei ethnografischen Recherchen gesammelt wurden, einzigartige Fotografien, die das Leben auf dem Lande in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dokumentieren, Volksinstrumente) als auch die multimediale Gestaltung der einzelnen Räume.

Ein Gebäude aus Backstein im postindustriellen Stil, gegossen in Metall und Glas. Ein stimmungsvolles Kino mit dem besten Soundsystem Polens. Ein gigantischer Ofen mit einer kleinen Kunstgalerie im Inneren. Das masowische Zentrum für zeitgenössische Kunst „Elektrownia“ in Radom ist immer wieder für Überraschungen gut und lockt mit interessanten Ideen für Ausstellungen, Installationen, Veranstaltungen und Filmvorführungen.

Das kleine Independent-Kino in der „Elektrownia“ wird von vielen Filmemachern in Polen beneidet, verfügt es doch über das modernste Meyer-Sound-System des Landes. Überdies befindet sich hier eine originalgetreue Kopie des privaten Kinosaals von George Lucas, dem Macher von „Star Wars“. Interessanterweise war es Andrzej Wajda, der die Behörden von Radom dazu inspirierte, das postindustrielle Gebäude von Grund auf zu revitalisieren und dort ein Ausstellungs- und Kulturzentrum einzurichten.

Das MCSW (Masowische Zentrum für Zeitgenössische Kunst) „Elektrownia“ ist auch ein großartiger Ausstellungsraum, in dem Werke polnischer und ausländischer Künstler gezeigt werden. Die im Zentrum „Elektrownia“ vorhandenen Sammlungen umfassen zahlreiche Exponate des ehemaligen Museums für Zeitgenössische Kunst sowie Werke von Tadeusz Brzozowski, Zdzisław Beksiński, Jerzy Beres, Wojciech Fangor und vielen anderen polnischen Künstlern. Auch Workshops zu einer Vielzahl von Themen werden hier organisiert.

Das Museum des Antiken Hüttenwesens Masowiens birgt ein erstaunliches, viele Jahrhunderte altes Geheimnis: ein Hüttenzentrum, das in Masowien angesiedelt war. Vor etwa 2.000 Jahren florierte in dieser Gegend ein richtiges Hüttenwesen. Erzeugnisse aus West-Masowien fanden womöglich ihren Weg zu den Kaisern und reichen römischen Patriziern selbst! Zu den „alten Römern“ aber ganz sicher.

Archäologen gehen davon aus, dass die Gesamtzahl der Schmelzungen in diesem antiken Hüttenbecken etwa 120.000-150.000 betragen haben könnte und es damit eine der größten Ballungszentren dieser Art im damaligen Europa war. Die Verhüttung und Verarbeitung wurden wahrscheinlich von den Vandalen durchgeführt, die sich schließlich im Zuge der Völkerwanderung in Nordafrika niederließen.

Die Entdeckung von Spuren dieses Zentrums in den 1960er Jahren bildete den Auftakt zu einer bemerkenswerten Ausstellung. Die Dauerausstellung zeigt vor allem beeindruckende Funde aus dem westlichen Teil Masowiens, die in alten Friedhöfen und Besiedlungspunkten in Biskupice, Milanówek-Falęciny, Brwinów, Reguła, Grodzisk Mazowiecki und vielen anderen Orten gemacht wurden.

Das Museum befindet sich in den restaurierten Innenräumen eines Nebengebäudes von Schloss Potulicki, inmitten eines schönen Parks.

Wälder

Der Kampinos-Wald und der Kampinos-Nationalpark, der einen großen Teil dieses Gebietes ausmacht, sind ein Phänomen, das in Europa seinesgleichen sucht. Warschau ist nämlich die einzige Hauptstadt auf unserem Kontinent, die an einen Nationalpark angrenzt. Man muss nicht einmal die Stadtgrenzen überschreiten, um in die Wildnis zu gelangen, die von gut ausgeschilderten Wanderwegen durchzogen ist. Wer gerne wandert oder läuft, kann mehr als 360 km Wanderwege und Naturpfade nutzen. Wer gerne auf zwei Rädern unterwegs ist, kann 200 km Radwege nutzen. Beim Wandern in der Wildnis kann man auf Elche, Rehe oder Hirsche stoßen, und man sollte die Augen offen halten, denn man kann sogar Luchse und Wölfen zu Gesicht bekommen.

Der Wald von Kozienice ist ein Überbleibsel des alten Waldes von Radom. Seine wilde Flora und Fauna wird durch den Landschaftspark Kozienice mit rund einem Dutzend Naturschutzgebieten geschützt. Es handelt sich um ein einzigartiges Gebiet mit einem besonderen Mikroklima: Es ist etwas wärmer und feuchter als in den außerhalb des Waldes gelegenen Gebieten. Dies bedeutet eine längere Vegetationsperiode und eine Pflanzenwelt, die in anderen Gegenden der Woiwodschaft nicht vorkommt: Tanne, Buche, Hainbuche und Bergulme.

Der Wald war ein beliebtes Jagdgebiet von König Władysław Jagiełło. Der Legende nach löschte er oft seinen Durst an einem Ort, der später ihm zu Ehren „Königliche Quelle“ genannt wurde. Heute ist das Gebiet ein Naturschutzgebiet, und die besagte Quelle ist eigentlich eine Reihe mehrerer Quellen am Fluss Zagożdżonka.

Früher trug er den Namen Zagajnica. Zu Zeiten der masowischen Herzöge und polnischen Könige waren Besiedlung und Rodung in diesem Gebiet lange strengstens untersagt, die diese hierher kamen, um das beste Wild zu jagen: Auerochsen, Bisons oder Bären. Beutner, Teerbrenner, Jäger und Fischer durften zwar je nach Jahreszeit im Wald leben, mussten aber vorher eine Sondergenehmigung einholen.

Im Naturschutzgebiet Czarnia in der Nähe von Myszyniec ist ein natürlicher Wald zu sehen, der für den ehemaligen Wald von Kurpie charakteristisch ist. Was sich bestimmt lohnt, ist ein Spaziergang auf dem dortigen „Beutnerpfad“.

Die Wälder liegen beiderseits des Flusses Bug – die Puszcza Biała im Norden von Wyszków und die Puszcza Kamieniecka im Süden. Teile ihrer Gebiete gehören zum Nadbużański-Landschaftspark, einem der größten in Polen. Er umfasst beide Ufer des Flusses Bug, der sich malerisch zwischen Wäldern, Wiesen und Sümpfen dahinschlängelt. Die im Park gelegenen Naturschutzgebiete sagen viel über seinen Charakter aus: Moczydło, Czaplowizna, Stawinoga, Popławy oder Wilcze Błota. Er ist ein Paradies für Wasservögel, Biber und… Kanufahrer.

Flüsse

Der Hauptfluss der Woiwodschaft Masowien ist die Weichsel, die Königin der polnischen Flüsse. Von Osten her fließen die noch wilden Flüsse Narew und Bug hinzu. Ihre Gewässer münden in den Zegrzyńskie-See bei Serock, und auf der Höhe von Nowy Dwór Mazowiecki, fließen sie, vom Fluss Wkra verstärkt, in die Weichsel und bilden eine einzigartige strategische Lage. Schon Napoleon Bonaparte wusste diese Lage zu schätzen und ließ die heutige Festung Modlin errichten. Von Westen her münden u.a. die Flüsse Radomka, Pilica, Bzura und Jeziorka in die Weichsel.

Auf vielen der Flüsse kann man sich mit dem Kanu fortbewegen. Die Möglichkeiten für den Wassersport werden jedes Jahr erweitert: Es finden sich immer mehr Punkte, wo man Zubehör ausleihen kann (es wird sogar an den von Touristen gewünschten Ort geliefert). Auch das Angebot an Unterkünften und Verpflegung wird immer interessanter, insbesondere im Bereich des Agrotourismus.

Die masowischen Flüsse bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, die allesamt leicht zu erreichen sind. Vom Zentrum Warschaus, von Radom, Płock oder Nowy Dwór Mazowiecki aus braucht man mit dem Auto maximal eine Dreiviertelstunde.

Zegrze-Stausee

Der Zegrze-Stausee, auch bekannt als „Warschauer Meer“, ist das größte Gewässer im Großraum der polnischen Hauptstadt. Er ist ein Mekka für Segler, Motorbootfahrer und Freunde aller Arten von Wassersport, aber auch ein Ort, um einfach am Wasser zu relaxen.

Der See ist von Kiefernwäldern umgeben, die zwischen Dęb und Wieliszew, Białobrzegi und Rynia sowie bei Jadwisin und Jachranka zu finden sind. Vögel wie Seeschwalben, Möwen, Schwäne, Haubentaucher und Enten haben hier ihren Lebensraum. Nach der Anlage des Stausees in den 1960er Jahren wurden in seiner unmittelbaren Umgebung eine Reihe von Erholungsorten und Ferienhäusern gebaut. Sie befinden sich hauptsächlich in den Orten: Nieporęt, Zegrze, Zegrze Południowe, Serock, Zegrzynek, Jadwisin, Jachranka, Białobrzegi und Rynia.